Die Politiker reagieren damit auf Pläne der Europäischen Kommission zu Organspenden. Ziel ist, die gesundheitlichen Risiken bei Organstransplantationen in der EU zu verringern und den illegalen Organhandel zu unterbinden.
Die Abgeordneten schlagen unter anderem vor, einen europäischen Organspendeausweis einzuführen und es den EU-Ländern zu ermöglichen, auf einen gemeinsamen Organpool zurückzugreifen. Dabei sei allerdings zu berücksichtigen, dass einem Länderüberschreitenden Austausch medizinische Grenzen gesetzt sind, so die Volksvertreter.
Das EP bekennt sich außerdem klar zur Nicht-Kommerzialisierung von Organspenden und fordert, den illegalen Organhandel konsequent zu verfolgen und zu sanktionieren. „Die zu geringe Zahl an Spenderorganen in Europa beflügelt den illegalen Handel und die Ausbeutung von Menschen in Notsituationen“, so die Grünen-Politikerin Hiltrud Breyer. Krankenversicherungsträgern solle es daher zum Beispiel verboten werden, die Kosten für illegale Transplantationen zu übernehmen.
Darüber hinaus sprachen sich die Abgeordneten dafür aus, an großen Kliniken Stellen für Transplantationskoordinatoren einzurichten. „Wenn sich niemand wirklich zuständig fühlt, besteht die Gefahr, dass angesichts der allgemeinen Überlastung der Ärzte Spenderorgane, die grundsätzlich zur Verfügung stehen, nicht transplantiert werden“, sagte der CDU-Abgeordnete Peter Liese.
Keinesfalls jedoch dürfte die Einführung von europäischen Mindeststandards in der Transplantationsmedizin zu übermäßigen bürokratischen Belastungen führen, so das EP. Die Abgeordneten lehnen daher den Vorschlag der Europäischen Kommission ab, nationale Kontrollstellen einzuführen. „Wir fordern, dass bereits bestehende nationale und regionale Strukturen anerkannt werden“, fasst Liese die Position des EP zusammen.

