Aus für 1-Euro-Flüge

Mit den Ein-Euro-Lockangeboten für Flugtickets ist bald Schluss. In Zukunft müssen Preisangaben für Flugtickets bereits in der Werbung alle Kosten wie Steuern, Flughafengebühren und Sicherheitsabgaben enthalten. Damit macht das Europaparlament einen weiteren großen Schritt hin zur Schaffung von mehr Rechten für Flugpassagiere. Mit breiter Mehrheit nahm das Plenum heute in Strassburg eine neue EU-Verordnung an, mit der unter anderem strenge Regeln für Preistransparenz im Interesse der Verbraucher eingeführt werden.

legoland-miniland-de-muenchen-flughafen_bigDie Überarbeitung und Konsolidierung des so genannten dritten Pakets zum Luftverkehrsbinnenmarkt legt weiters strengere und präzisere Anwendungskriterien für Betriebsgenehmigungen. Luftfahrtunternehmen müssen künftig den Nachweis erbringen, dass sie über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügt, um die gezahlten Beträge zurückzuerstatten und für die Kosten für den Rücktransport der Fluggäste in dem Fall aufzukommen, dass es gebuchte Flüge aufgrund von Insolvenz oder des Widerrufs seiner Betriebsgenehmigung nicht durchführen kann. Die Genehmigungsbehörde kann die Betriebsgenehmigung auch aussetzen, wenn der begründete Verdacht vorliegt, dass das Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft während eines Zeitraums von zwölf Monaten seinen tatsächlichen und möglichen Verpflichtungen nicht nachkommen kann.

Für die Bürger zentraler Punkt sind aber die Bestimmungen zur Preistransparenz: Alle Fluglinien müssen in der gesamten EU den Konsumenten umfassende Informationen über ihre Flugpreise, sowie über alle damit verbundenen Steuern, Gebühren, Aufschläge und Entgelte bereitstellen. Das betrifft vor allem jene Billigfluglinien, die gerne mit Tickets um einen Euro oder ähnlich niedrige Preise werben. Hier kommt der Kunde oft erst ganz zum Schluß drauf, dass der Flugpreis inklusive aller Gebühren und Steuern um ein Vielfaches höher sein wird als in der Werbung angegeben. Damit ist jetzt Schluss. Der beworbene Ticketpreis muss alle Kosten von Anfang an beinhalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die so genannten fakultativen Zusatzkosten. Hier geht es um Dinge wie beispielsweise eine Stornoversicherung bei der Flugbuchung. Manche Fluglinien geben diese Versicherung einfach automatisch dazu. Wer das aber nicht möchte, muss sich aktiv davon abmelden – zu viele Konsumenten kaufen sich so Zusatzleistungen mit, die sie weder brauchen noch wollen. In Zukunft müssen diese Zusatzleistungen auf klare, transparente und eindeutige Art und Weise am Beginn jeder Buchung mitgeteilt werden. Ein Zukauf darf nur mehr auf ‚Opt-in‘-Basis erfolgen, ein automatisches Einverständnis ist null und nichtig.

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