Europa zum Anfassen

Die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland lud am diesem Sonntag zum Tag der Offenen Tür im Europäischen Haus in Berlin ein.

Tag der offenen Tür 035Neben einer Führung durch das Haus, standen Mitarbeiter zu Fragen über Arbeiten, Studieren und Wohnen im europäischen Ausland zur Verfügung. Die Präsidenten José Manuel Barroso und Hans-Gert Pöttering standen eine Stunde Rede und Antwort zu Fragen rund um die EU.  Im Dialog mit der Künstlerin Europinia hatten Kinder die Möglichkeit einen Baum der Wünsche zu gestalten.

Außerdem hatten die Bürger die Möglichkeit zu einem Fototermin mit den Präsidenten.

Tag der offenen Tür 034
v.l.n.r. José Manuel Barroso, Ralf Hübner-Bornemann und Hans-Gert Pöttering

Am Rande hatte ich die Gelegenheit mit den EU-Parlamentspräsidenten Pöttering ein kurzes Interview zu führen.

EUROPA-BLOG: Herr Pöttering, was glauben Sie war aus Ihrer Sicht das wichtigste der EU in dn letzten 50 Jahren?

Pöttering: Wer hätte vor 50 Jahren geglaubt, dass es mal innerhalb Europas einen Staatenbund aus 27 Nationen geben wird.Besonders in Osteuropa ist sehr viel in den letzten Jahres geschehen. Wir sollten nie vergessen, dass wir die Einheit unseres Vaterlandes am 3. Oktober 1990 auch den Freiheitsbewegungen zu verdanken haben – nicht nur der in Polen mit Solidarność, sondern auch in den baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, in der damaligen Tschechoslowakei und in Ungarn.

EUROPA-BLOG:  Wie bewerten Sie einen möglichen EU-Beitritts der Türkei?

Pöttering:Meine große Sorge ist, dass ein Beitritt der Türkei die EU kulturell, institutionell und finanziell überfordern würde. Ohne das identitätsstiftende Band des gemeinsamen Bewusstseins hat Europa keine geistig-psychologische Grundlage mehr. Deswegen
empfehle ich eine privilegierte Partnerschaft, aber keine Mitgliedschaft in den Institutionen.

EUROPA-BLOG: Leider erfährt man in den Medien sehr wenig über die Arbeit der EU, wie betrachten Sie das?

Pöttering: Europa im Allgemeinen und das Parlament im Besonderen werden vielfach noch als etwas außerhalb Stehendes verstanden. Dies wird der Realität nicht gerecht. Warum gibt es in den großen Nachrichtensendungen des Fernsehens so wenig Berichte über das Parlament, wenn es um wichtige Gesetzgebung geht? Ich begrüße es sehr, dass es ein EUROPA-BLOG gibt und wünsche den Machern viel Erfolg für Ihr Projekt.

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One Response to Europa zum Anfassen

  1. Ich glaube, die EU wird noch sehr viel mehr an Bedeutung gewinnen. Auch das Interesse der Bürger steigt, wie man allein schon an Europa-Blog sehen kann.

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