Terrorarlarm in Deutschland

Aktualisiert am 5. September 2007 um 13:30 Uhr

Deutschland ist im Visier von Terroristen. Das deutsche Innenministerium hat am Mittwoch bestätigt, dass drei mutmaßliche Attentäter festgenommen wurden. Sie sollen Anschläge auf den Frankfurter Flughafen und die US-Militärbasis Ramstein geplant haben. Nach Angaben des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) sollen sogar gleichzeitige Anschläge mit Autobomben an mehreren Orten in Deutschland geplant worden sein.

ffm

Bereits am Dienstag wurden in Kopenhagen 8 Terrorverdächtige festgenommen. >>EUROPA-BLOG berichtete <<. Ob ein Zusammenhang besteht wird zur Zeit noch geprüft.

Bei den Festgenommenen handelt es sich nach Informationen um die beiden deutschen Konvertiten Daniel S. aus dem Saarland und Fritz G. aus Neu-Ulm in Bayern sowie Adem Y., der offenbar aus der Türkei kommt. Gegen die Personen wird seit mehreren Monaten intensiv ermittelt, da sie offenbar eine terroristische Vereinigung gegründet hatten. Die drei Männer waren bereits schon einmal in der Silvesternacht 2006 festgenommen worden, weil sie einen US-Militärstützpunkt ausgespäht hatten. Damals gaben die Männer an, sie hätten lediglich das Feuerwerk auf dem Stützpunkt bewundern wollen. Seitdem wurden die Männer observiert.

Die Anschläge waren aller Vermutung nach für den 11. September geplant. Dem Jahrestag des World-Trade-Center-Infernos.

Die deutsche Generalbundesanwältin Monika Harms sprach von „massiven Bombenanschlägen“ von islamistischen Terroristen, die vereitelt werden konnten. Die drei am Dienstag festgenommenen Verdächtigen gehörten Harms zufolge einer deutscher Zelle des internationalen Terrornetzwerks „Jihad-Union“ an. Sie hätten Terroranschläge gegen US-amerikanische Einrichtungen in Deutschland vorbereitet.

harms

„Es ist gelungen, eine der bisher schwerwiegendsten Terrorplanungen rechtzeitig zu erkennen. Das Bundeskriminalamt habe monatelang mit mehreren Landeskriminalämtern und der Bundesanwaltschaft ermittelt. Bei den drei Männern handelt es sich um zwei Deutsche, der Dritte sei vermutlich ein Pakistani, hieß es in dem Bericht weiter. Die Männer seien offenbar kurz vor der geplanten Tat festgenommen worden. Die Verdächtigen werden zur Stunde in Karlsruhe verhört. Für die deutsche Bevölkerung hat keine Gefahr bestanden, weil die Sicherheitsbehörden rechtzeitig über die Aktivitäten der mutmaßlichen Terroristen informiert gewesen ist.“

sagte Generalbundesanwältin Harms. Dies habe das Bundesamt für Verfassungsschutz festgestellt .

Zwischen Februar und August 2007 habe einer der Beschuldigten nach und nach zwölf Fässer mit insgesamt 730 Kilogramm 35-prozentiger Wasserstoffperoxidlösung im Raum Hannover beschafft und diese Fässer im Raum Freudenstadt (Baden-Württemberg) in einer Garage zwischengelagert.

Am 17. August hätten die Verdächtigen ein Ferienhaus im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) angemietet und dort ab 2. September mit der Herstellung von Sprengstoff begonnen. Die Wirkung hätte laut Harms den Effekt von 550 Kilogramm TNT gehabt.

Bei ihrer Festnahme im nordrhein-westfälischen Medebach-Oberschledorn am Dienstagnachmittag wurde nach Aussagen des Bürgermeisters ein Mann vermutlich angeschossen. Anwohner hätten ihm von einem Schusswechsel berichtet. Zwei Verdächtige seien zuvor in dem Haus festgenommen worden, in dem sie sich eingemietet hatten. Ein Mann sei geflüchtet. Noch im Ort habe es mit ihm einen Schusswechsel gegeben, sagte Bürgermeister Heinrich Nolte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dann sei auch der dritte Mann bei dem Polizeieinsatz in dem Dorf im Hochsauerland an der hessischen Grenze festgenommen worden.

In Berlin erklärte Bundesinnenminister Schäuble auf einer Pressekonferenz: schaeuble

„Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland können darauf vertrauen, dass die Sicherheitsbehörden gute Arbeit leisten.Gleichwohl musst man wachsam bleiben, denn Deutschland ist wie viele andere Länder auch vom internationalen Terrorismus bedroht.“

Auch die USA waren alarmiert und erhöhten wegen der Verdachtsmomente die Sicherheitsvorkehrungen an ihren Einrichtungen. Spätestens seit März 2007 schaltete sich der Generalbundesanwalt in das Verfahren ein. Seitdem arbeitet ein ganzes Team von Fahndern an dem Fall. Intensiv wurden die Schritte der Männer verfolgt, um jegliche Planung zu erkennen.

VIDEO
(c) ZDF HEUTE Redaktion. Wir danken dem ZDF für die freundliche Genehmigung .
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