Wir sind EUROPA! Teil 18 Portugal

Portugal ist seit 1986 Mitglied der Europäischen Union (EU).
Der Name des Landes lautet offiziell „Portugiesische Republik“ (portugiesisch: República Portuguesa).

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Im 8. Jahrhundert wurde Portugal von den Mauren besetzt. Im 14. Jahrhundert wurde Portugal von der Maurenherrschaft befreit und das Land erkämpfte sich seine Unabhängigkeit von Kastilien.
Heinrich der Seefahrer begründete im 14. Jahrhundert die portugiesische Entdeckertradition. Weltgeltung erlange Portugal im 15. und 16. Jahrhundert. Auf systematischen Erkundungsfahrten wurde unter anderem Afrika umsegelt, Brasilien entdeckt und der Seeweg nach Indien gefunden (durch den Seefahrer Vasco da Gama). Zahlreiche Gebiete wurden kolonialisiert. Portugal beutete über Jahrhunderte seine afrikanischen und asiatischen Kolonien aus.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt Portugal eine Verfassung als konstitutionelle Monarchie. 1910 wurde die Republik ausgerufen. 1926 leitete ein Militärputsch eine faschistische Diktatur ein, die erst 1974 durch eine Revolution (die so genannte „Nelkenrevolution“) gestürzt werden konnte. 1986 trat Portugal der EU bei. 2002 wurde der Euro in Portugal eingeführt.

Portugal hat vier nationale Feiertage. Der 25. April („Dia da Liberdade“) ist ein nationaler Feiertag in Erinnerung an die „Nelkenrevolution“ im Jahr 1974. Mit dieser Revolution wurde durch einen friedlichen Sturz der Diktatur die Demokratisierung des Landes eingeleitet.
Der 10. Juni („Dia de Portugal“ / Tag von Portugal) ist ein Nationalfeiertag zum Gedenken an den Todestag des berühmten Nationaldichters Luís Vaz de Camões (etwa 1524-1580, Bild rechts).
Der 5. Oktober („Dia da República“) ist ein Nationalfeiertag in Erinnerung an die Ausrufung der Republik im Jahr 1910. Und der 1. Dezember („Dia da Restauração“) erinnert an die Befreiung von der spanischen Herrschaft im Jahr 1640.

Der Präsident wird in allgemeinen Wahlen für fünf Jahre gewählt. Seine Befugnisse sind begrenzt. Das Parlament zählt 230 Mitglieder, deren Mandat auf vier Jahre begrenzt ist.

Im Juni finden in ganz Portugal Festlichkeiten zu Ehren der drei als Santos drei als Santos Populares Populares bekannten Heiligen statt. (Bild)Volkstänze, insbesondere der melancholische Fado, sind immer noch sehr lebendig.

Jede Region Portugals hat ihre eigenen traditionellen Gerichte. Es gibt verschiedene Arten Fleisch und Meeresfrüchte, insbesondere Kabeljau, der auf hundert verschiedene Arten zubereitet wird.

Wussten Sie, dass…

… Portugal nach dem Sieg über die Mauren im Jahr 1143 der erste europäische Nationalstaat wurde?
… das Land nach seiner zweitgrößten Stadt Porto (lateinisch „Hafen“) benannt ist?
… Portugals Grenzen bereits seit dem Jahr 1267 durch einen Vertrag mit Kastilien-Leon (heute Spanien) festgelegt sind?
… Portagal im 15. Jahrhundert eine der größten Seefahrernationen der Welt wurde und Vasco da Gama 1498 als erster Indien auf dem Seeweg ereichte?
… der portugiesische Seefahrer Alvares Cabral im Jahr 1500 Brasilien für Portugal in Besitz nahm? Brasilien wurde erst im Jahr 1822 unabhängig.
… die letzte portugiesische Kolonie Macau Ende 1999 an die Volksrepublik China übergeben wurde?
… etwa vier Millionen Portugiesen im Ausland leben? Etwa ein Drittel davon in Brasilien.
… beim portugiesischen Stierkampf der Stier nicht getötet wird? In Spanien ist das anders.
… Portugal der größte Produzent von Kork ist? Die Korkeichen, aus denen zum Beispiel die Korken für Weinflaschen hergestellt werden, werden alle neun Jahre geschält.

Portugal in Zahlen:

  • EU-Beitritt: 1986
  • Staatsform: Republik
  • Hauptstadt: Lissabon
  • Fläche: 92 072 km²
  • Bevölkerung: 10,4 Millionen
  • Währung: Euro
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    One Response to Wir sind EUROPA! Teil 18 Portugal

    1. Sorry, wenn ich widersprechen muss, aber der Stier wird beim portugiesischen Stierkampf sehr wohl getötet. Er darf laut Gesetz nicht in der Arena, also öffentlich getötet werden. Das geschieht aber später hinter den Kulissen. Es ist ferner ein Mythos, dass der portugiesische Stil unblutig ist. Die Speere, die in den Rücken des Tieres gestoßen werden, lassen den Stier bluten – und große Qualen erleiden.

      Das Bespiel des populären Matadors Pedrito de Portugal zeigt außerdem, dass der Stier keineswegs immer im Ring überlebt. Pedrito wurde im August 2007 zu einer hohen Geldstrafe verurtielt, eben weil er einen Stier, unter jubelnden Anfeuerungsrufen aus dem Publikum, tötete.

      Grüße aus London

      Florian

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