Sarkozy: EU vor Globalisierung schützen

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy warnt die europäische Wirtschaft vor den Folgen der Globalisierung. Er will sie besser schützen – zur Not auch mit weiterem Protektionismus.

Von Matthias Bannert

Nach Sarkozy ist Europa zu liberal und könnte bald negative Folgen der Globalisierung zu spüren kriegen. Zu diesem Thema sprach der franzöische Staatspräsident im EU-Parlament:

„Europa will keinen Protektionismus, aber wir dürfen nicht die einzigen sein, die die Konkurrenz zu einer Religion machen. Wenn die anderen Regionen sich gegen Dumping verteidigten, kann Europa dies nicht einfach hinnehmen. Wenn die Nationen ihre Bauern schützen, warum nicht auch Europa?“

Europa baut derzeit seinen Protektionismus ab, um Entwicklungsländern eine faire Chance zu geben.

Darüberhinaus brachte Sarkozy die „Europäische Identität“ mit ein. Europa solle nicht als Bedrohung, sondern als Schutz gesehen werden. Die EU-Länder sollen das Gesicht des Europas von morgen skizzieruen und dabei auch über nationale Identitäten diskutieren.

Kommentar: Das globalisierte Europa

Von Matthias Bannert

Die Europäische Union vor der Globalisierung zu schützen ist genauso paradox, wie den Eiffelturm in Paris abzureißen.

Europa ist ein Produkt der Globalisierung, eine Gemeinschaft, die die Länder zu Nutznießern dieser macht – und das mit Erfolg.

Gleichzeitig haben wir aber auch eine enorme Verantwortung vor der Welt – gerade gegenüber den Entwicklungsländern. Die EU fährt ihren wirtschaftlichen Protektionismus zurück und das ist auch gut so. Ärmere Länder, bislang Verlierer der Globalisierung, haben so eine echte Chance, vom Kuchen ein Stück abzubekommen. Ein Entgegenrudern wäre jetzt fatal.

Sarkozy muss derzeit innenpolitische Probleme durchstehen. Da liegt es natürlich nahe, sich lieber Belangen außerhalb der Staatsgrenzen zuzuwenden.

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