EU fordert Einlenken beim Bahnstreik

bahnstreik-squareDie Europäische Kommission fordert ein Enlenken beim Bahnstreik in Deutschland und Frankreich. Er gefährdet zum einen die Wirtschaft, zum anderen aber auch Umwelt und das Vertrauen in die klimafreundliche Transportpolitik der EU.

Von Matthias Bannert

Bislang sind die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn AG noch nicht zu einer Einigung gekommen. Die GDL fordern eine Lohnerhöhung um 30 Prozent und einen eigenen Tarifvertrag. Der Bahn-Vorstand machte Angebote in diese Richtung, lehnt aber vor allem einen eigenen Traifvertrag ab. Die Fronten scheinen verhärtet.

bahnstreik
Die Gleise bleiben leer. Deutschland erschüttert zurzeit einer der größten Bahnstreiks der Geschichte.
Foto: Felix Bock

Um ihre Forderungen durchzusetzen, ruft die GDL zu immer längeren Streiks auf, die sich bereits auf alle drei Transportbereiche – Fernvekehr, Nahverkehr und Güterverkehr – ausgeweitet haben. Die Streiks bringen die Unternehmen dazu, den Warenverkehr auf die Straße umzulenken. Der Streik zieht außerdem enorme wirtschaftliche Nachteile nach sich.

Dazu sagte Vize-Kommissionspräsident Jacques Barrot, der auch Kommissar für Verkehr und Transport ist:

„Ein langer Bahnstreik kann der Wirtschaft schaden – und zwar nicht nur in Deutschland und Frankreich, sondern auch in benachbarten Ländern. Ich hoffe, dass die Tarifpartner in schnellen, fairen Verhandlungen zu einer Einigung kommen – ohne darauf zu warten, dass der Staat eingreift.

Die Transportpolitik der EU zielt darauf, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, um den Schadstoffausstoß zu verringern. Lange Streiks erschüttern das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Bahn. Sie gefährden die positiven Effekte unserer Politik und stehen damit auch den langfristigen Interessen der Bahnmitarbeiter entgegen.“

Europa-Blog fragt seine Leser: Was halten Sie von dem Konflikt zwischen GDL und Bahn? Haben die Streiks noch Rückhalt in der Bevölkerung? Bitte nutzen Sie die Kommentierfunktion unseres Blogs.

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One Response to EU fordert Einlenken beim Bahnstreik

  1. Der Bahnstreik und dessen Auswirkungen ist zweifelsohne ein sehr komplexes Problem.
    Einerseits menschlich zu verstehen aus der Sicht der Lokomotivführer, die eine Möglichkeit sehen ihr Gehalt aufzustocken. Doch dieser Schuss geht erstens schnell nach hinten los und ist zweitens unverantwortlich. In einem volkswirtschaftlichen System muss jeder Verantwortung mit sich bringen. Ein langer Bahnstreik kann nicht nur der Wirtschaft schaden, sondern er wird es auch.
    Zu der Frage, ob die Bevölkerung hinter den Streiks steht, kann nur jeder für sich antworten. Wie gesagt. menschlich gesehen ist er aus der Lockführerperspektive zu verstehen, aber objektiv gesehen kann ein Streik sehr schnell „erpresserisch“ ausgenutzt werden. Die GDL hat eine Vorstellung von Arbeitsverhältnissen, diese kann sie durchsetzen und vom „Steickrecht“ gebrauch machen. Die Bahn hat bei diesen Verhandlungen, von denen man ja eigentlich nicht sprechen kann, keinen einzigen Faden in der Hand. Sie wird nicht nur selbst geschädigt, sondern schädigt die gesamte Wirtschaft. Dieses steht zwar nicht im Sinne der Bahn, doch der Bahn sind die Hände gebunden.

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